• Nora Schmid
    Nora Schmid
  • Iris Laufenberg
    Iris Laufenberg
  • Peter de Caluwe © Bernd Uhlig
    Peter de Caluwe
  • Benedikt von Peter © Ingo Höhn
    Benedikt von Peter
  • Serge Dorny © Philippe Pierangeli
    Serge Dorny
  • Jossi Wieler © Martin Sigmund
    Jossi Wieler
  • Per Boye Hansen, Intendant, Den Norske Opera & Ballett, Oslo © Erik Berg
    Per Boye Hansen
  • Aviel Cahn
    Aviel Cahn
  • Peter Konwitschny © Werner Kmetitsch
    Peter Konwitschny
  • Katrin Lea Tag, Bühnengestalterin © Monika Rittershaus
    Katrin Lea Tag
  • Ole Wiggo Bang © Johanna Sterner
    Ole Wiggo Bang
  • Albrecht Thiemann










    Albrecht Thiemann
  • Martin Schüler © Marlie Kross
    Martin Schüler
  • Valérie Chevalier, Directrice Générale, Opéra Orchestre national Montpellier  © Marc Ginot
    Valérie Chevalier
  • Peter Spuhler © Florian Merdes
    Peter Spuhler
  • Hein Mulders © Sven Lorenz
    Hein Mulders
  • Roland Geyer © Lukas Beck
    Roland Geyer
  • Dietmar Schwarz © Peter Badge
    Dietmar Schwarz
  • Michael Klügl © Christian Brachwitz
    Michael Klügl
  • Peter Theiler © Ludwig Olah
    Peter Theiler

JURY

RING AWARD 17_Laufenberg, Weyringer, Schmid (c) Lupi Spuma

RING AWARD-Intendant Heinz Weyringer mit dem beiden Jury-Vorsitzenden Nora Schmid (Intendantin der Oper Graz, r.) und Iris Laufenberg (Intendantin des Schauspielhaus Graz, l.) (c) Lupi Spuma

RING AWARD-Intendant Heinz Weyringer und sein Team haben intensive Gespräche mit namhaften internationalen Vertreterinnen und Vertretern des Musiktheaters geführt und können nun mit Freude folgende Jury-Mitglieder bekanntgeben:

RING AWARD-JURY

Die Mitglieder der RING AWARD-Jury beurteilen sämtliche drei Wettbewerbsstufen und entscheiden über die Vergabe des RING AWARD und des Preises des Landes Steiermark.

Nora Schmid, Intendantin Oper Graz
Vorsitzende der RING AWARD Jury

In Bern (Schweiz) geboren, studierte Nora Schmid in ihrer Heimatstadt sowie in Rom Musikwissenschaft und Betriebswirtschaft. Neben dem Studium widmete sie sich intensiv dem klassischen Gesang und sammelte Bühnenerfahrung in diversen Produktionen am Stadttheater Bern. Zudem war sie als Assistentin bei Prof. Dr. Anselm Gerhard am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern tätig. Nach ersten Erfahrungen in den Bereichen Orchestermanagement bei der basel sinfonietta und Marketing an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin ging sie 2005 als Musiktheaterdramaturgin ans Theater Biel Solothurn (Intendanz Hans J. Ammann). Ab 2007 war Nora Schmid Dramaturgin für Oper und Konzert am Theater an der Wien (Intendanz Roland Geyer). Zur Saison 2010/11 wechselte sie als Chefdramaturgin an die Semperoper Dresden. 2012 wurde sie zusätzlich mit den Aufgaben der Persönlichen Referentin der Intendantin Dr. Ulrike Hessler betraut. Nach dem Tod von Dr. Ulrike Hessler im Juli 2012 gehörte sie zur geschäftsführenden Interims-Intendanz der Semperoper Dresden. Mit der Saison 2015/16 übernahm Nora Schmid als Intendantin die Leitung der Oper Graz.

In ihrer neuen Funktion als Intendantin der Oper Graz übernimmt Nora Schmid für den RING AWARD 17 den Vorsitz der RING AWARD-Jury.

Peter de Caluwe, Generalintendant, Théâtre royal de la Monnaie/De Munt, Brüssel

Peter de Caluwe, geboren 1963 in Belgien, studierte Literatur- und Theaterwissenschaft an den Universitäten Gent, Brüssel und Antwerpen. Er erlangte seinen Master-Abschluss mit einer Arbeit über Opernregie. Noch als Studenten holte ihn Gerard Mortier an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel, wo er in der Folge als Dramaturg, Koordinator von Bildungsprojekten, internationaler Pressereferent und PR-Beauftragter fungierte.

1989 wurde er von Pierre Audi eingeladen, im neuen Opernmanagement der Niederländischen Oper in Amsterdam mitzuwirken. Er begann dort als Kommunikationsbeauftragter, verantwortlich für die Entwicklung des Öffentlichkeitsprofils des neuen künstlerischen Programms. Ab 1994 wechselte er in die Position des künstlerischen Betriebsleiters, später ausgeweitet zum Operndirektor des Hauses.

2005 wurde Peter de Caluwe zum Generalintendanten von La Monnaie/De Munt, der Belgischen Nationaloper mit Sitz in Brüssel, ernannt. Er trat seine Anstellung dort in dieser neuen Funktion im Sommer 2007 an. Peter de Caluwe nahm verschiedene Beratungs- und Ausschussaufgaben in Belgien und anderen Ländern wahr. 2007 wurde ihm der erste Master Honoris Causa des Brussels College for the Arts, St. Luc verliehen, 2011 wurde La Monnaie unter seiner Leitung zum Opernhaus des Jahres gewählt, 2014 erhielt er als erster Nicht-Politiker den Lobby Magazin Award „Leader of the Year“ und ihm wurde von der Université Libre de Bruxelles der Titel Doctor Honoris Causa verliehen.

Von 2011 bis 2013 war er Präsident von Opera Europa, der Vereinigung führender Opernhäuser und Opernfestspele in Europa. Heute ist Peter de Caluwe Vorstandsmitglied mehrerer Einrichtungen für Kultur und Management.

Serge Dorny, Directeur Général, Opéra de Lyon

Der 1962 in Belgien geborene Serge Dorny studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Musikwissenschaft sowie Pressewesen und Kommunikationswissenschaft an der Universität Gent und gleichzeitig am Musikkonservatorium. Er arbeitete mehrere Jahre als Musikdramaturg unter Gerard Mortier am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und ging anschließend an das Flandern Festival. 1989 wurde er dessen Künstlerischer Leiter.

1996 übernahm er die Position des Geschäftsführers und Künstlerischen Direktors des London Philharmonic Orchestra.

Seit 2003 ist er Intendant und Künstlerischer Leiter der Opéra National de Lyon.

2008 wurde ihm das Ehrendoktorat der Université du Quebec à Montréal (UQAM), Canada verliehen, und im April 2012 wurde er Ritter der renommierten französischen Ehrenlegion. 2013 erhielt er den belgischen Kronenorden.

Zusätzlich wirkt er als Juror in mehreren internationalen Musikwettbewerben: Bamberg und Helsinki (Dirigieren), Monte Carlo (Klavier), Queen Elizabeth Competition in Brüssel (Gesang).

Er ist weiters Vorstandsmitglied des Orchestre Français des Jeunes, des Conservatoire national supérieur de musique et danse de Lyon, der Queen Elizabeth Competition und der CERN Cultural Commission for the Arts (CERN ist die Europäische Organisation für Nuklearforschung).

Ab 2008 unterrichtete er am Post-Graduate Master’s-Programm EMAA (Executive Master in Arts Administration) an der Universität Zürich zur Ausbildung von Führungskräften für den Kunstbetrieb.

Zu seinen Publikationen zählt L’opéra, l’avenir d’un passé (mit Johan Thieleman, Brüssel, 1990).

Roland Geyer, Intendant, Theater an der Wien

Roland Geyer wurde am 29. Dezember 1952 in Wien geboren und studierte Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Wien, Sportwissenschaften an der Universität Wien sowie Kulturmanagement an der Wiener Musikhochschule. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre war Geyer fünf Jahre lang als EDV-Analytiker in einer Computerfirma sowie als EDV-Ausbilder am Wirtschaftsförderungsinstitut Wien tätig. Im Jahr 1983 gründete er die Amstettener Sommerfestspiele, leitete in den Jahren 1987 bis 1996 die Jeunesse Musicale und übernahm anschließend die Leitung des Wiener KlangBogen und des OsterKlang-Festivals. 1996 trat er seinen Posten als Wiener Musikintendant an und zeichnete sich für jährlich rund 70 Konzerte und Musiktheaterproduktionen verantwortlich. 2006 übernahm er die Intendanz des als Opernhaus neupositionierten Theater an der Wien. Mit Schwerpunkten auf barockem und zeitgenössischem Musiktheater, der Präsentation internationaler Koproduktionen sowie der Einbindung des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien und der Wiener Symphoniker als Opernorchester erspielte sich das Haus einen wesentlichen Platz in der Musiklandschaft der Bundeshauptstadt. 1995 wurde Geyer mit dem ‚Ordre des Arts et des Lettres’ des französischen Kulturministeriums für Verdienste um die französische Musik in Wien ausgezeichnet, 2002 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 2009 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Seit 2013 ist er Mitglied im Universitätsrat der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 2014 wurde Roland Geyer vom Kulturminister Josef Ostermayer der Berufstitel „Professor“ verliehen.

Peter Konwitschny, Regisseur

Peter Konwitschny kam in Frankfurt am Main zur Welt. Nachdem er in Berlin das Studium der Opernregie absolviert hatte, war er von 1971 bis 1979 als Regieassistent am Berliner Ensemble engagiert. Seit 1980 inszeniert er im gesamtdeutschen Sprachraum. Mittlerweile sind seine Arbeiten auch in Amsterdam, Barcelona, Kopenhagen, Lissabon, Moskau, Oslo und Japan zu sehen. Theatergeschichtliche Bedeutung erlangte sein konzeptioneller und struktureller Neuansatz bei der szenischen Interpretation Händelscher Opern, mit dem er ab 1984 eine Ära der Händelpflege in Halle begründete. Ebenso eröffneten seine Interpretationen von „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“ (München), „Tannhäuser“ (Dresden), „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Hamburg), „Götterdämmerung“ (Stuttgart) und „Der fliegende Holländer“ (Moskau) eine neue Phase der Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners. Ab 1998 Konzentration der Arbeit an der Hamburgischen Staatsoper zusammen mit Ingo Metzmacher, dort elf Inszenierungen bis 2005, wofür die Hamburgische Staatsoper als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Wichtige Inszenierungen der letzten Jahre waren u. a. „Don Carlos“ und „Moses und Aron“ (Hamburg), „Elektra“ (Kopenhagen), „Don Giovanni“, „Così fan tutte“ und „Das Land des Lächelns” (Komische Oper Berlin), “Al gran sole carico d’amore“ (Hannover) und „Salome“ (Amsterdam). Peter Konwitschny wurde von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ insgesamt fünf Mal als „Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet, erhielt 1993 den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste, 2005 – als erster Opernregisseur – den Theaterpreis Berlin und 2007 den Theaterpreis des Internationalen Theaterinstituts. Er ist Mitglied der Akademien der Künste in Berlin, Leipzig, Hamburg und Dresden. Seit 2002 hat er eine Honorarprofessur an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin inne, und von 2008 bis 2011 war er Chefregisseur der Oper Leipzig, an der er u. a. „Alkestis“ und „Iphigenie in Aulis“ inszenierte. Erstmals an der Oper Graz arbeitete er 1991 („Die verkaufte Braut“). Hier folgten u. a. „Madame Butterfly“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Aida“, „La Bohème“, „Macbeth“, „Falstaff“ (2001 von der „Opernwelt“ zur „Aufführung des Jahres“ gewählt), „La traviata“ und „Pique Dame“ 2011 und zuletzt „Jenůfa“ 2011. 2016 erhielt er den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ für seine Inszenierung von „La Juive“ von Halév (Vlaamse Opera / Nationaltheater Mannheim).

Shakespeares „König Lear“ inszenierte er 2009 am Schauspielhaus Graz, wo im Dezember 2012 seine Inszenierung von Goethes „Faust“ Premiere hatte.

Dietmar Schwarz, Intendant, Deutsche Oper Berlin

Dietmar Schwarz wurde in Biberach an der Riss geboren. Er studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in München und an der Pariser Sorbonne. Seine beruflichen Stationen waren das Theater Freiburg, das Bremer Theater und die Oper Frankfurt. 1994 kehrte er als Leitender Dramaturg für Musiktheater an das Bremer Theater unter der Intendanz von Klaus Pierwoß zurück. Ab 1998 war er Operndirektor am Nationaltheater Mannheim, von 2006 bis 2012 in gleicher Position am Theater Basel. Unter seiner Leitung wurde das Haus in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zwei Mal in Folge zum „Opernhaus des Jahres“ (2009 und 2010) gewählt.

Im Sommer 2012 übernahm Dietmar Schwarz die Intendanz der Deutschen Oper Berlin, die er programmatisch mit Helmut Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ eröffnete. Denn die Präsentation zeitgenössischen Musiktheaters ist ihm ein besonderes Anliegen: Neben Werken von Mauricio Kagel und Iannis Xenakis in den folgenden Spielzeiten sind bereits Aufträge für Kompositionen an Georg Friedrich Haas, Andrea Lorenzo Scartazzini und Detlev Glanert vergeben.

Neben der Erneuerung des klassischen Repertoires durch Regisseure wie Christof Loy, Robert Carsen, Jan Bosse und Christian Spuck bildet die französische Grand Opéra einen Programm­schwerpunkt: Für die Spielzeiten bis 2017/18 sind Neuproduktionen der wichtigsten Werke von Giacomo Meyerbeer an der Deutschen Oper Berlin geplant. Gemeinsam mit Generalmusikdirektor Donald Runnicles verfolgt Dietmar Schwarz saisonübergreifend die Präsentation von Werken Benjamin Brittens. Vor Kurzem wurde sein Vertrag bis zum Jahr 2022 verlängert.

Die neue Spielstätte TISCHLEREI (eröffnet im November 2012) schafft einen perfekten Raum für Experimente mit neuen Formen des Musiktheaters und Uraufführungen von Kinderopern sowie für Projekte des Jugendprogramms, die Dietmar Schwarz ein besonderes Anliegen sind.

Neben dem RING AWARD ist er Mitglied des Think Tanks zur Zukunft der Luzerner Theaterlandschaft, durchgeführt durch das Theater Werk Luzern. Dietmar Schwarz wurde zum Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ernannt.

Peter Spuhler, Generalintendant, Staatstheater Karlsruhe

Peter Spuhler wurde 1965 in Berlin geboren. Er studierte Regie und Dramaturgie am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und erhielt sein Diplom mit Auszeichnung sowie einen Preis des Österreichischen Wissenschaftsministeriums für seine Diplominszenierung. Nach diversen Hospitanzen und Regieassistenzen an verschiedenen Wiener Theatern arbeitete er 1990/91 als Dramaturg am Schauspielhaus Wien. Ab 1993 übernahm er für drei Jahre die Leitung des Kinder- und Jugendtheaters und war Regisseur und Dramaturg am Theater der Altmark/Landestheater Sachsen Anhalt-Nord in Stendal. Später wechselte er zum Volkstheater Rostock, wo er während seiner Amtszeit verschiedene Leitungspositionen bekleidete. So war Spuhler leitender und geschäftsführender Dramaturg und übernahm die dortige Schauspieldirektion. Im Anschluss daran wurde Peter Spuhler zum Intendanten des Landestheaters Württemberg-Hohenzollern in Tübingen/Reutlingen gewählt. In Anerkennung seiner Arbeit erhielt er zum Abschied die Hölderlin-Medaille der Stadt. Von 2005/06 bis 2010/11 war Peter Spuhler Intendant des Theaters und Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg. Mit dem gewagten Spielplan, den er mit Deutschlands jüngstem Generalmusikdirektor, Cornelius Meister, Operndirektor Bernd Feuchtner und Schauspieldirektor Axel Preuß realisierte, erreichte er überregionales Ansehen. 1996 war Spuhler Mitbegründer des „Forums junge Dramaturgie“ innerhalb der Dramaturgischen Gesellschaft, deren langjähriges Vorstandsmitglied und deren Vorsitzender er seit 2007 ist. Darüber hinaus ist er Mitglied der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins, des Verleger- und Rundfunkausschusses des Bühnenvereins sowie Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrats des Bühnenvereins und des Verwaltungsrats der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen. Immer wieder arbeitet er auch als Gastdozent, so an der Ludwig-Maximilians-Universität München in Verbindung mit der dortigen Theaterakademie und an den Universitäten von Mannheim und Heidelberg. Seit Juli 2006 ist Peter Spuhler, der innerhalb seiner Heidelberger Intendanz auch die Festivals „Heidelberger Stückemarkt“, „Heidelberger Schlossfestspiele“ und „Winter in Schwetzingen“ verantwortet, Sprecher der Festivalgruppe der Metropolregion Rhein-Neckar, die sich mit der Profilierung der Metropolregion als Festivalregion beschäftigt. Darüber hinaus ist das Heidelberger Theater seit kurzem Mitglied von „Opera Europa“ und „European Theatre Convention (ETC)“, den beiden wichtigsten Verbänden der europäischen Theaterszene. Anlässlich seines Abschieds in Heidelberg wurde Spuhler von Oberbürgermeister Eckart Würzner in Anerkennung seiner Verdienste um das Heidelberger Theater zu dessen Ehrenmitglied ernannt. Weitere Ehrenmitgliedschaften verliehen der Theaterfreundeskreis, den Spuhler ins Leben gerufen hatte, wie auch die Heidelberger AIDS-Hilfe. Zur Spielzeit 2011/12 wechselte er als Generalintendant ans Staatstheater Karlsruhe.

Er gründete zwei neue Sparten, das „Junge Staatstheater“ und die Bürgerbeteiligungssparte „Volkstheater“ und eröffnete eine neue Studio-Bühne sowie ein Probebühnenzentrum. Das Staatstheater wurde Mitglied der ETC und gewann eine Förderung aus dem Fonds „Heimspiel“ der Bundeskulturstiftung für sein Projekt „Gastfreund / Die Argonauten“. Darüber hinaus wurde es „Ort im Land der Ideen“ mit seiner Idee einer Recyclingoper und war eines von drei nominierten Projekten als Bundessieger „Kultur“. Zum Ende der ersten Spielzeit erzielte das Staatstheater den 3. Platz in der Kritikerumfrage der „Deutschen Bühne“ 2012 in der Rubrik „beste Gesamtleistung eines Theaters“ und den Preis des deutschen Verlegerverbands 2012 für das interessanteste Musiktheaterprogramm. Im gleichen Jahr ging auch der Preis für das beste Konzertprogramm an die Badische Staatskapelle. Die stetige Öffnung des Theaters nach Außen führte 2014 zur Nominierung des Staatstheaters beim „International Opera Award“ in der Kategorie Accessibility.

Im Frühjahr 2012 beschloss der Verwaltungsrat des Staatstheaters Karlsruhe einstimmig eine Generalsanierung sowie den Neubau eines Schauspielhauses mit integriertem Kinder- und Jugendtheater in einem Kostenrahmen von 120 Millionen Euro. Im Herbst 2012 entschied der Verwaltungsrat ebenfalls einstimmig, einen Architektenwettbewerb vorzubereiten, der im Frühjahr 2014, nach vorheriger einstimmiger Bestätigung der Maßnahme im Karlsruher Gemeinderat, ausgeschrieben wurde.

Katrin Lea Tag, Bühnen- und Kostümbildnerin

Die gebürtige Berlinerin studierte in Wien an der Akademie der bildenden Künste Bühnenbild, Malerei und Graphik, nach mehreren Assistenzen bei Katrin Brack, folgten regelmäßige Zusammenarbeiten mit u. a. Dimiter Gotscheff, Michael Thalheimer, Barrie Kosky, Hans Neuenfels und Christiane Pohle u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Burgtheater Wien, an der Oper Frankfurt, an der Staatsoper Hannover, an der English National Opera in London, an der Komischen Oper Berlin, an der LA Opera, bei der Ruhrtriennale 2005 und am Akademietheater Wien.

Albrecht Thiemann, «Opernwelt»

Geboren 1958 in Wetzlar, aufgewachsen in Wuppertal. Von 1967 bis 1976 Besuch des humanistischen Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums, daneben Klavierunterricht, Mitglied der Wuppertaler Kurrende, Sänger in Kirchenchören. Von 1972 bis 1974 externes Studium der Kirchenmusik (C-Examen), Organist in diversen Kirchengemeinden. Von 1976 bis 1977 Studium der Philosophie, Theologie, Soziologie und Germanistik an der Freien Universität Berlin. Anschließend Zivildienst in einem Bremer Krankenhaus (1977-1979). Von 1979 bis 1981 als Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste (Berlin) Mitarbeit in einer jüdischen Menschenrechtsorganisation in New York City, Projektkoordinator in Washington, D. C. Von 1981 bis 1988 Studium der Amerikanistik, Anglistik, Germanistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin und State University of New York in Buffalo. Von 1989 bis 1991 Dozent des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der University of Bath, England. Von 1991 bis 1993 freiberufliche Tätigkeit als Kulturjournalist, Übersetzer und Dolmetscher in Berlin. Von 1993 bis 2004 Feuilletonredakteur der „Märkischen Allgemeinen”(Potsdam) mit den Arbeitsschwerpunkten Musik, Medien und Bildende Kunst.

Seit 2004 Redakteur der  „Opernwelt” (Berlin). Beiträge u. a. für  „Frankfurter Allgemeine Zeitung”, „Die Welt”, „Stuttgarter Zeitung”, „Sächsische Zeitung”, „Rundfunk Berlin-Brandenburg”, „Westdeutscher Rundfunk”, „Deutschlandradio Kultur” und  „Deutschlandfunk”. Konzerteinführungen, Moderationen, Jurorentätigkeit. Mitinitiator des  „Mortier Award” für Musiktheater.

Jossi Wieler, Intendant, Oper Stuttgart

Jossi Wieler, geboren in Kreuzlingen, Schweiz. Regie-Studium am Theatre Department der Universität Tel Aviv. 1979 erste Regiearbeit am Habima Nationaltheater. 1980-1982 Regieassistent am Düsseldorfer Schauspielhaus. Danach als Schauspielregisseur in Heidelberg, Bonn, Stuttgart, Basel, Hamburg, Zürich, Berlin, bei den Münchener Kammerspielen sowie wiederholt bei den Salzburger Festspielen tätig. 1994 wurde er für seine Inszenierung von Elfriede Jelineks „Wolken.Heim“ zum Regisseur des Jahres gewählt. Seine Schauspielarbeiten erhielten zahlreiche Einladungen zu nationalen und internationalen Festivals. In Tokio inszenierte er 1997 „Herr Paul“ sowie 2005 die „Yotsuya Ghost Story“ mit japanischen Schauspielern. 2002 erhielt er den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste, 2005 den Preis der deutschen Kritik sowie 2009 den Nestroy-Preis für seine Inszenierung von „Rechnitz (Der Würgeengel)“ von Elfriede Jelinek. Diese Arbeit sowie „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist (1986, Schauspielhaus Bonn), „Alkestis“ von Euripides (2002) und „Mittagswende“ von Paul Claudel (2005, beides Münchner Kammerspiele) waren zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Seit 1994 inszeniert er gemeinsam mit Sergio Morabito auch umfangreich Opern. Ihre „Ariadne auf Naxos“ bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur Aufführung des Jahres gekürt, ebenso 2005 „Doktor Faust“, 2006 „Alceste“ und 2012 „La sonnambula“. Wieler und Morabito wurden 2002 zum Regieteam des Jahres gewählt und erhielten in den Jahren 2006 („Doktor Faust“) und 2012 („Die glückliche Hand/Osud“) den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie Beste Opernregie. 2015 wurde Jossi Wieler mit dem Kulturpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet, 2016 erhielt er den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. Seit 2011/12 ist Jossi Wieler Intendant der Oper Stuttgart.

 

INTENDANTEN-JURY

Die Mitglieder der Intendanten-Jury entscheiden im Finale über die Vergabe des Preises der Stadt Graz.

Iris Laufenberg, Intendantin Schauspielhaus Graz
Vorsitzende der Intendanten-Jury

1966 in Köln geboren, studierte Iris Laufenberg Drama, Theater und Medien an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Parallel dazu sammelte sie erste Erfahrungen als Regie- und Dramaturgie-Assistentin u. a. am Schauspiel Essen und Schauspiel Bonn, in letzterem arbeitete sie von 1991 bis 1997 als Mitglied der künstlerischen Leitung und Schauspieldramaturgin, in Funktionen, die sie ab 1997 auch am Bremer Theater ausübte. Im Jahr 1996 wirkte sie als Kuratorin und Organisationsleiterin des Europäischen Festivals Bonner Biennale, für das sie 2001 bis 2002 die künstlerische Leitung übernahm. Von 2002 bis 2011 leitete Iris Laufenberg das Festival Theatertreffen der Berliner Festspiele. Seit 2012 war sie als Schauspieldirektorin am Konzert Theater Bern tätig und verantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung des Schauspiels am Vier-Sparten-Stadttheater Bern. Neben der Vermittlung des klassischen Repertoires setzte Iris Laufenberg hier Schwerpunkte auf neue europäische Dramatik und erhielt in diesem Zusammenhang Einladungen zu den Mühlheimer Theatertagen (2013 und 2014), zum Heidelberger Stückemarkt und zu den Berliner Autorentheatertagen (beide 2013).

Seit der Spielzeit 2015.2016 ist Iris Laufenberg Geschäftsführende Intendantin am Schauspielhaus Graz. Auch hier legt sie neben der Interpretation von Klassikern den Fokus auf zeitgenössische Dramatik, so wurde u. a. die Inszenierung „Lupus in Fabula“ 2016 zu den Autorentheatertagen Berlin und im Zuge des „NachSpielPreis“ zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

In dieser neuen Funktion übernimmt sie für den RING AWARD 17 den Vorsitz der Intendanten-Jury.

Ole Wiggo Bang, Intendant, Värmland-Opera, Karlstad, Schweden

Ole Wiggo Bang begann seine künstlerische Laufbahn als Dirigent 1975 in Norwegen. In den 1970er und ’80er-Jahren dirigierte er die meisten norwegischen und schwedischen Orchester und war Chefdirigent der Oper Göteborg (Stora Teatern) bis 1982, als er – erst dreißigjährig – zum Intendanten der Värmland-Oper ernannt wurde. Bei seinen auf Schweden konzentrierten Aktivitäten entwickelte er die Värmland-Oper aus einem sehr kleinen Musiktheater zu einem der bedeutendsten Opernhäuser Skandinaviens. Seine Erfolge umfassen herausragende Opernprojekte wie die komplette Aufführung von Wagners „Ring“ innerhalb einer Woche oder die Produktion unbekannter Musicals in Schweden. Abgesehen von seinen Unternehmungen in Schweden war er in der Mitte der 1990er-Jahre auch Künstlerischer Leiter des Internationalen Festivals in Bergen. 

Aviel Cahn, Intendant, Opera Vlaanderen, Antwerpen & Ghent, Belgien

 Aviel Cahn studierte an der Universität Zürich Klavier, Gesang und Rechtswissenschaften. Noch während seines Studiums leitete er eine eigene Künstleragentur, führte das künstlerische Büro des Zürcher Kammerorchesters unter Howard Griffiths und arbeitete in der Verwaltung für die Nureyev Foundation. In den Jahren 2000-2001 baute er mit dem Dirigenten Muhai Tang in Peking die erste reguläre Konzert-Saison nach westlichem Vorbild für das China National Symphony Orchestra auf. An der Finnischen Nationaloper in Helsinki war Cahn von 2001 bis 2004 Direktor der künstlerischen Planung. Dabei hat er mit der Großproduktion der Rossini-Oper IL VIAGGIO A REIMS, für die er den Literaturnobelpreisträger Dario Fo als Regisseur und Ausstatter gewinnen konnte, europaweit für Aufsehen gesorgt. Danach leitete Cahn die Oper am Stadttheater Bern. Er war bei seinem Amtsantritt in Bern 2004 mit 30 Jahren der jüngste Operndirektor. 2006 rief Aviel Cahn den Concours Ernst Haefliger, den ersten internationalen Gesangswettbewerb für junge Opernsänger und Opernsängerinnen in der Schweiz, ins Leben. Er blieb künstlerischer Direktor des Wettbewerbs bis 2009 und wurde dann von Dominique Mentha abgelöst. Für die Saison 2007-2008 war er auch zusammen mit Chefdirigent Muhai Tang Direktor des Zürcher Kammerorchesters. Seit Januar 2009 ist er Intendant der Flämischen Oper (Opera Vlaanderen) in Antwerpen/Gent. Regisseure wie Michael Thalheimer, Peter Konwitschny, Calixto Bieito oder Christoph Waltz brachte er zum ersten Mal nach Belgien und machte sein Haus zu einer der wichtigsten belgischen Bühnen für innovatives Musiktheater.

Projekte mit Terry Gilliam, Jan Fabre oder der flämischen Theatergruppe Abattoir Fermé gehören ebenso zum Programm wie Uraufführungen (von Elena Katz-Chernin, Dirk D´Ase, Christian Jost, Giorgio Battistelli) und die Wiederentdeckung von Raritäten.

Mit der Produktion „Parsifal“ von Regisseurin Tatjana Gürbaca und unter musikalischer Leitung von Eliahu Inbal konnte Aviel Cahn mit der Vlaamse Opera wichtige Preise gewinnen: so die Produktion des Jahres 2013 in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Opernwelt und den International Opera Award 2014 in London für die beste Wagner Aniversary Produktion des Wagner Jubiläumsjahres 2013. 2014 und 2015 war die Vlaamse Opera jeweils nominiert für „Best Opera Company“ (mit 5 anderen Opernhäusern weltweit) bei den International Opera Awards.

Im Oktober 2013 wurde Aviel Cahn in den Vorstand der Europäischen Musiktheater-Akademie gewählt. Ab Juni 2016 ist er Member of the Board (Vorstandsmitglied) von Opera Europa.

Valérie Chevalier, Generalintendantin, Oper und Orchester Montpellier Languedoc-Roussillon (OONMLR)

Seit ihrer frühesten Jugend begeistert sich Valérie Chevalier für das Theater und im Besonderen für die Oper; nach einem ersten Preis für Gesang am Konservatorium von Rouen wird sie Mitglied der École d’Art Lyrique de l’Opéra de Paris (Opernstudio), wo sie auch ihr Diplom erwirbt. Zehn Jahre lang tritt sie in Frankreich und Europa auf der Opernbühne auf und beschließt dann, sich bei den berühmten Lehrern der Julliard School in New York weiterzubilden, wo sie mehrere Jahre verbringt.

Im Anschluss daran wendet sie sich dem Kulturmanagement mit dem Ziel zu, Produktionen zu erschaffen und dem Publikum nahezubringen, die gleichzeitig Wert auf die Stimmen, die Orchesterleitung und innovative Inszenierungen legen. Valérie Chevalier bildet sich in den USA fort und schließt ihre Studien mit einem Master in Kulturmanagement ab – somit ist sie Managerin und Regisseurin.

Im Jahr 2000 gründet sie die Künstleragentur „Standing Ovation ”, welche die Karrieren aufstrebender und bereits etablierter Sänger, Dirigenten und auch Kammermusikensembles betreut.

2004 wird sie von der lothringischen Nationaloper zur künstlerisch-administrativen Leiterin bestellt, wobei ihr die Intendanz weitreichende interne Befugnisse einräumt. Die von ihr ausgearbeiteten Jahresspielpläne, die Besetzungen und die von ihr angeregten Koproduktionen sind in Frankreich und im Ausland sehr erfolgreich und steigern wesentlich den Bekanntheitsgrad der lothringischen Nationaloper.

Parallel dazu wird ihr als Lehrgangsleiterin die Aus- und Weiterbildung der Gesangsschüler und Absolventen des 2008 gegründeten Ausbildungszentrums für junge Bühnenkünstler übertragen. Aufgrund der wachsenden internationalen Anerkennung tritt sie immer öfter in Radiosendungen auf und wird gefragtes Jurymitglied bei zahlreichen internationalen Wettbewerben.

Nach einem öffentlichen Auswahlverfahren aus über 50 Bewerbern wird sie einstimmig zur Intendantin der Oper und des Orchesters von Montpellier Languedoc-Roussillon gewählt. Mit großem Elan und ebensolcher Begeisterung stellt sie ihre Erfahrungen in administrativer und künstlerischer Leitung sowie ihre profunden Kenntnisse der Musik und der Oper den Vorhaben der OONMLR zur Verfügung und betont ihre stete Bereitschaft zum Dialog mit allen Beschäftigten zum Wohle des Theaters.

Per Boye Hansen, Intendant, Den Norske Opera & Ballett, Oslo

Per Boye Hansen (1957 geboren) ist seit April 2012 der Künstlerische Leiter der Norwegischen Nationaloper. Sein Vertrag läuft im August 2017 aus.

Er studierte Theaterwissenschaften an der Universität Oslo und Musiktheaterregie an der Folkwanghochschule Essen, wo er 1982 graduierte.

Von 1983 bis 1992 war er Leiter und Künstlerischer Direktor der Oslo Sommeroper, an der er Opern wie Brittens „A Midsummer Night’s Dream”, „Così fan tutte“, „La Clemenza di Tito“ und „Ariadne auf Naxos“ inszenierte. Er war von 1984 bis 1988 als Regieassistent an der Kölner Oper engagiert und wirkte mehrmals als Regieassistent bei den Salzburger Festspielen. 1990 gründete er das Oslo Arts Management, dessen Eigentümer und Intendant er bis 2000 war.

2001 arbeitete er als Künstlerischer Betriebsleiter und Operndirektor an der Komischen Oper Berlin. In dieser Zeit bildete er ein Solistenhausensemble heran und arbeitete mit Regisseuren wie Barrie Kosky, Calixto Bieito, Richard Jones, David Alden, Daniel Slater, Hans Neuenfels, Willy Decker, Sebastian Baumgarten und Peter Konwitschny zusammen.

Von 2005 bis 2012 war er Intendant und künstlerischer Leiter des Bergen Internationalen Festivals.

2005 bis 2008 setzte er seine Tätigkeit als Künstlerischer Betriebsleiter der Komischen Oper Berlin fort und war von 2008 bis 2010 Künstlerischer Berater Andreas Homokis für die künstlerischen Planungen an der Züricher Oper.

Seit 2011 ist er der vom Norwegischen Kulturministerium ernannte Juryvorsitzende des Ibsen International Award. Er ist Mitglied des Künstlerischen Beirats des Ultima Festivals und des Kirsten Flagstad Festivals in Hamar, Vorstandsmitglied der Queen Sonja International Music Competition sowie von Dacapo Records/EditionS in Kopenhagen, mit Förderung der Danish Art Foundation. Er war Jurymitglied der ARD Music Competition, Opera Award 2015 und von BBC Singer of the World 2013.

Veronica Kaup-Hasler, Intendantin, steirischer herbst

Kuratorin, Dramaturgin und Kulturmanagerin. Geboren in Dresden, Kindheit in Wien, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik an der Uni Wien. Nach einem Engagement als Dramaturgin am Theater Basel von 1993 bis 1995, war sie von 1995 bis 2001 bei den Wiener Festwochen als Festivaldramaturgin und ab 1998 als künstlerische Mitarbeiterin von Schauspieldirektor Luc Bondy engagiert. Neben dieser Tätigkeit war sie 1998 bis 2001 auch Lehrbeauftragte an der Akademie der Bildenden Künste in der Meisterklasse von Erich Wonder. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit lagen u. a. in der Konzeption und Durchführung des „Regiewettbewerbes“ der Wiener Festwochen, in der Entwicklung von Projekten wie der Container-Aktion von Christoph Schlingensief sowie in der Recherche im Bereich internationalen Theaters.

In den Jahren von 2001 bis 2004 leitete sie das in Hannover und Braunschweig alle zwei Jahre stattfindende Festival „Theaterformen“. Das Festival für avanciertes, zeitgenössisches Theater und Performance profilierte sich unter ihrer Leitung auch als ein Ort der Grenzüberschreitung hin zu anderen Künsten.

Ende September 2004 wurde sie zur Intendantin des Gegenwartskunstfestivals steirischer herbst in Graz bestellt, welches sie seit 2006 leitet. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Ur-und Erstaufführungen im Bereich Performance, Choreografie, Musik, Auftragsarbeiten im Bereich Bildender Kunst und Architektur sowie die Initiierung von Theorieformaten (z.B. „Truth is Concrete“ 2012 mit Florian Malzacher, Kira Kirsch u.v.a.).

Seit 2008 ist Veronica Kaup-Hasler Mitglied des Universitätsrates der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, ab 2017 Dozentin an der Ludwigs-Maximilians-Universität München im Lehrgang „Kuratieren in den Szenischen Künsten“.

Daneben ist sie als Jurorin in verschiedenen internationalen Jurys und Stiftungen tätig und (Mit-) Herausgeberin von diversen Buchpublikationen und zahlreichen Ausstellungskatalogen.

Michael Klügl, Intendant, Staatsoper Hannover

Geboren 1954 in Offenbach am Main, lernte Michael Klügl Klavier, Kompositionslehre und Violoncello am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main und studierte anschließend Musikwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Marburg. Parallel arbeitete er als Musik- und Theaterkritiker für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. 1985 erfolgte der Wechsel ans Theater, mit einer Dramaturgiemitarbeit und Regieassistenz an der Oper Frankfurt unter der Direktion Gielen/Zehelein. Als Musikalischen Leiter holte ihn im selben Jahr Intendant Friedrich Schirmer an die Landesbühne Esslingen; ab 1986 war Michael Klügl als Dramaturg am Theater Oberhausen, am Bremer Theater und an der Hamburgischen Staatsoper engagiert. 1994 ging er als Stellvertretender Operndirektor ans Nationaltheater Mannheim; 1998 wurde er als Intendant ans Landestheater Linz berufen, dessen vier Sparten er acht Jahre lang leitete. Seit Beginn der Spielzeit 2006/07 ist Michael Klügl Opernintendant und Geschäftsführer der Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH.
Michael Klügl hatte Lehraufträge an den Musikhochschulen Bremen und Hamburg inne, veröffentlichte Beiträge in zahlreichen Fachzeitschriften und verfasste das Libretto zu Giorgio Battistellis Oper „DIE ENTDECKUNG DER LANGSAMKEIT“.

Benedikt von Peter, Intendant, Luzerner Theater

Benedikt von Peter wurde 1977 in Köln geboren, studierte in Bonn Musikwissenschaft, Germanistik, Jura und Gesang. Danach war er an verschiedenen Häusern Regieassistent und gründete ein freies Theaterkollektiv. Nach einigen Jahren in der Freien Szene inszenierte er an Theatern und Opern in Deutschland und der Schweiz (u. a. Theater Basel, Oper Frankfurt, Staatstheater Hannover, Komische und Deutsche Oper Berlin), ab 2012 leitete Benedikt von Peter die Musiktheatersparte des Theaters Bremen. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Götz Friedrich-Preis, dem Theaterpreis „Der Faust“ sowie 2014 mit dem Kurt Hübner-Preis für das Musiktheater-Programm und die eigenen Produktionen am Theater Bremen. Mit „Les robots ne conaissent pas le blues oder Die Entführung aus dem Serail“, seiner letzten Regiearbeit in Bremen, ist von Peter zusammen mit der Performance-Gruppe „Gintersdorfer/Klaßen“ 2016/17 auf Kampnagel Hamburg und zu den Wiener Festwochen eingeladen. Von Peter ist  Intendant des Luzerner Theaters seit der Spielzeit 2016/17.

Martin Schüler, Intendant, Staatstheater Cottbus

Martin Schüler studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Seit 1991 ist Martin Schüler Operndirektor am Staatstheater Cottbus. Einen überregionalen Ruf erwarb sich das von ihm geleitete Opernensemble unter anderem mit semiszenischen Inszenierungen wie „DIE RHEINNIXEN“ Zvon Jacques „Offenbach“ oder Verdis „IL TROVATORE“. In dieser besonderen Aufführungspraxis war es Martin Schüler außerdem möglich, mit „RHEINGOLD 2003“ die Arbeit an einem eigenen Cottbuser RING in Angriff zu nehmen, den er im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 zum Abschluss brachte. 
Mit Beginn der Spielzeit 2003/04 übernahm Schüler am Staatstheater Cottbus das Amt des Intendanten und für acht Jahre (2004-2012) den Vorsitz des Vorstandes der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus. 
Unter seiner Leitung hat sich das Staatstheater Cottbus der besonderen Idee verschrieben, die Qualitäten aller Sparten des Hauses zusammenzuführen und als Mehrspartenprojekte mit Oper, Schauspiel und Orchester zur Aufführung zu bringen.
Zudem unterrichtet Martin Schüler verschiedentlich in Zürich oder Rostock und wirkte als Mentor an der Kammeroper Schloss Rheinsberg (2000, 2010). Gastinszenierungen führten ihn u. a. nach Mannheim, wo er in der Spielzeit 1999/00 Wagners „RING DES NIBELUNGEN“ inszenierte, sowie an die Theater in Graz, Bremen, Saarbrücken und Bratislava. Im Juni 2014 fand in seiner Regie „FIDELIO“ im Innenhof der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus statt. Das Open Air gab den Auftakt für ein Freiheits- und Demokratiefest im ehemals bedeutendsten politischen Gefängnis der DDR.
Mit seiner Regiehandschrift prägte Martin Schüler bisher mehr als 100 Inszenierungen. Im März 2001 erhielt er den Förderpreis Musik des Berliner Kunstpreises. 

Peter Theiler, Intendant, Staatstheater Nürnberg

Geboren 1956 in Basel, arbeitete Peter Theiler schon während seines Studiums (Geschichte und Deutsche Literaturwissenschaft) als Regieassistent u. a. am Grand Théâtre de Genève und an der Oper Frankfurt. In der Spielzeit 1987/88 erhielt er sein erstes Engagement als Regisseur am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, ein Jahr später wechselte er als Betriebsdirektor und Regisseur an die Opéra de Nice. Von 1991 bis 1995 war Peter Theiler Direktor der „Perspectives“, des einzigen französischen Theaterfestivals außerhalb Frankreichs mit Sitz in Saarbrücken. Parallel übernahm er einen Lehrauftrag für szenischen Unterricht am Opernstudio der Musikakademie Basel. Zwei Spielzeiten lang – von 1994 bis 1996 – war Theiler als Oberspielleiter und Bühnenbildner der Oper am Nationaltheater Mannheim engagiert, ehe er mit der Saison 1996/97 als Direktor des ensemble Theâtre des Régions Biel/Bienne-Solothurn zurück in seine Schweizer Heimat ging. In der Spielzeit 2001/02 übernahm er als Generalintendant die Leitung des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen und wurde von dort als Staatsintendant an das Staatstheater Nürnberg zum Spielzeitbeginn 2008/09 berufen. Für sein Engagement zur Vermittlung des französischen Theaters in Deutschland wurde er 1996 vom französischen Kulturminister zum ‚Chevalier des Arts et des Lettres’ ernannt. Im Juli 2012 wurde Peter Theiler zum Honorarkonsul der Schweiz ernannt.

Peter Theiler ist regelmäßig Juror bei internationalen Gesangswettbewerben, engagiertes Mitglied im Deutschen Bühnenverein sowie Vorstandsmitglied der Chambre Professionnelle des Directeurs d’Opéra in Paris.

Für sein Engagement zur Vermittlung des französischen Theaters in Deutschland wurde er 1996 vom französischen Kulturminister zum „Chevalier des Arts et des Lettres“ ernannt. Mit der Verleihung des Grades eines Offiziers im gleichen Orden ehrte ihn Frankreich im Herbst 2004 noch einmal für seine grenzübergreifende Arbeit im Dienste der französischen Kultur.

Im Juli 2012 wurde Peter Theiler zum Honorarkonsul der Schweiz ernannt. Ab der Saison 2018/19 wird Peter Theiler als Generalintendant die Leitung der Sächsischen Staatsoper Dresden übernehmen.

EHRENPRÄSIDIUM

Das Ehrenpräsidium setzt sich aus Personen zusammen, die sich um die Unterstützung und Förderung des RING AWARD und des Musiktheaters im Allgemeinen in besonderem Maße verdient gemacht haben.