RING AWARD FORUM

Bereits am Vorabend des eigentlichen Semifinale-Tages, am Freitag, den 13. Jänner, findet eine Veranstaltung in Kooperation von »Opernwelt« und RING AWARD, das RING AWARD FORUM, statt.

Unter dem Titel Klangbilder  Bildklänge : Neue Medien und das Musiktheater diskutieren Markus Hinterhäuser, der Intendant der Salzburger Festspiele | Salzburg Festival, Benedikt von Peter, Intendant vom Luzerner Theater, die Filmemacher Roland Horvath, rocafilm, und Momme Hinrichs, fettFilm sowie die Opernregisseurin und Autorin Johanna Dombois und Chaya Czernowin (Komponistin). Die Moderation übernimmt Albrecht Thiemann von der »Opernwelt«. 

Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei!
Einlass in den Saal ab ca. 19.15 Uhr.

Wir möchten Ihnen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des RING AWARD FORUMs etwas genauer vorstellen:

Markus Hinterhäuser wurde in La Spezia, Italien, geboren. Er studierte Klavier an der Hochschule für Musik in Wien, am Mozarteum in Salzburg sowie in Meisterkursen u. a. bei Elisabeth Leonskaja und Oleg Maisenberg.

Als Pianist trat Markus Hinterhäuser sowohl solistisch als auch in Kammerkonzerten in den bedeutendsten Konzertsälen und bei den international renommierten Festivals auf, wie etwa in der Carnegie Hall, dem Wiener Musikverein, dem Konzerthaus und der Mailänder Scala. Er gastierte unter anderem bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, bei Wien Modern, dem Festival d’Automne, dem Holland Festival und den Berliner Festspielen. Im Bereich Lied ist seine langjährige Zusammenarbeit mit Brigitte Fassbaender hervorzuheben. Seit zwei Jahren ist Markus Hinterhäuser zusammen mit Bariton Matthias Goerne auf Welt-Tournee mit Franz Schuberts Winterreise. Diese aufsehenerregende Produktion in Zusammenarbeit mit dem südafrikanischen Künstler William Kentridge wurde unter anderem bereits beim Sydney Festival, an der San Francisco Opera, in der Cité de la Musique in Paris, in Amsterdam, in Aix en Provence, in New York, in Moskau beim Festival NET, in Singapur beim Singapore International Arts Festival, bei den Berliner Festspiele und in Seoul aufgeführt.

In den letzten Jahren konzentrierte sich Markus Hinterhäuser auf die Interpretation zeitgenössischer Musik, insbesondere engagierte er sich für das Werk von Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen, Morton Feldman und György Ligeti. Neben zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen spielte er das gesamte Klavierwerk von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern sowie Kompositionen von Morton Feldman, Luigi Nono, Giacinto Scelsi, Galina Ustwolskaja und John Cage auf CD ein.

Immer wieder wirkte Markus Hinterhäuser auch an Musiktheaterproduktionen von Christoph Marthaler, Johan Simons oder auch Klaus Michael Grüber mit: u. a. bei den Wiener Festwochen-Produktionen von Christoph Marthalers Schutz vor der Zukunft (2005, Wiederaufnahme 2006, anschließend viele internationale Gastspiele) und Klaus Michael Grübers Tagebuch eines Verschollenen (2005).

Internationales Renommee im Kulturmanagement errang Markus Hinterhäuser als Mitbegründer und Künstlerischer Leiter gemeinsam mit Tomas Zierhofer-Kin der Veranstaltungsreihe Zeitfluss, die von 1993 bis 2001 im Rahmen der Salzburger Festspiele stattfand. Bei den Wiener Festwochen mitbegründete und leitete er gemeinsam mit Tomas Zierhofer-Kin die Reihe Zeit-Zone, die von 2002 bis 2004 Teil des Programms war.

Von 2006 bis 2010 verantwortete Markus Hinterhäuser das Konzertprogramm der Salzburger Festspiele. Als Intendant leitete Markus Hinterhäuser die Saison 2011 der Salzburger Festspiele.

Von 2014 bis 2016 war Markus Hinterhäuser Intendant der Wiener Festwochen und mit Oktober 2016 übernahm Markus Hinterhäuser als Intendant die Leitung der Salzburger Festspiele.

 

Benedikt von Peter wurde 1977 in Köln geboren, studierte in Bonn Musikwissenschaft, Germanistik, Jura und Gesang. Danach war er an verschiedenen Häusern Regieassistent und gründete ein freies Theaterkollektiv. Nach einigen Jahren in der Freien Szene inszenierte er an Theatern und Opern in Deutschland und der Schweiz (u.a. Theater Basel, Oper Frankfurt, Staatstheater Hannover, Komische und Deutsche Oper Berlin), ab 2012 leitete Benedikt von Peter die Musiktheatersparte des Theaters Bremen. Ausgezeichnet wurde er u.a. mit dem Götz Friedrich-Preis, dem Theaterpreis Der Faust sowie 2014 mit dem Kurt Hübner-Preis für das Musiktheater-Programm und die eigenen Produktionen am Theater Bremen. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er Intendant am Luzerner Theater.

 

Roland Horvath – rocafilm Carmen Zimmermann und Roland Horvath gründeten 2010 die Film- und Videoproduktionsfirma rocafilm. Ihr Interesse liegt im Bereich des Dokumentarfilms und der Videoproduktion für Oper und Theater.

Zu ihren bisherigen Arbeiten im Musiktheater zählen u.a. visuelle Gestaltungen für Giulio Cesare in der Regie von Moshe Leiser und Patrice Caurier sowie die von Thomas Oberender kuratierte Lesungsreihe Dichter zu Gast bei den Salzburger Festspielen. Im Rahmen einer Produktion von La bohème kam es hier 2012 zur ersten Zusammenarbeit mit Damiano Michieletto, die sich 2013 mit Falstaff – wiederum bei den Salzburger Festspielen – und mit Idomeneo am Theater an der Wien fortsetzte. Zu ihren weiteren Werken bei den Salzburger Festspielen zählen La Cenerentola mit Cecilia Bartoli, die Uraufführung von Charlotte Solomon unter der Regie von Luc Bondy, oder die Kameraarbeit bei der Inszenierung von Cavalleria rusticana / Pagliacci durch Philip Stölzl. In Venedig (La Fenice) produzierten sie ihre trickreichen Animationen für Damiano Michieletto bei dessen Regiearbeit zur ZauberflöteNoch im selben Jahr stellten sie ihre Kreativität bei den Wiener Sängerknaben im MUth Wien unter Beweis, für die Science Fiction Oper Help, help, the Globolinks! Dieses Jahr kam es zur Zusammenarbeit mit Alexander Eisenach am Schauspielhaus Graz für das Schauspiel Frequenzen, und die Realisierung von Little Sweep mit den Wiener Sängerknaben. Aktuell arbeiten die beiden an der Uraufführung der zeitgenössischen Oper Aquagranda zum Jubiläum des großen Hochwassers 1966 von Venedig im Gran Teatro La Fenice. Zu ihren zukünftigen Projekten gehören unter anderem das Schauspiel Geächtet unter der Regie von Volker Hesse am Schauspielhaus Graz, die Wiederaufnahme von Falstaff an der Mailänder Scala und Rigoletto an der Dutch National Opera in Amsterdam.

Im Bereich des Dokumentarfilms produzierten die beiden zwei abendfüllende Dokumentarfilme, die sie nach Thailand und Indien bringen sollten. In “Zwischen Tag und Traum” (80 min, TH) portraitierten sie eine junge Salzburgerin, die sich bedürftigen Waisenkindern im krisengeschüttelten Grenzbereich im Norden Thailands annimmt. Für ihren neuen Film “Schwesternherz” (72min, IND, A) schufen sie ein Dokument über den Einsatz einer Nonne in Indien, die die Klostermauern verließ, um Frauen, Kindern und auch Männern mit ihrer Hilfsorganisation “Maher” ein neues Leben zu schenken, und das seit 20 Jahren.

Roland Horvath, Dipl. Ing,  geb. 1981 in Graz, ist freischaffender Architekt, Filmemacher und Videokünstler. Sein Studium der Architektur absolvierte er an der Technischen Universität in Graz und an der ENSAM in Montpellier, Frankreich. Seit 2008 ist er Medientechniker bei den Salzburger Festspielen, seit 2011 Meister für Visuelle Medien. 2013 plante er für eine gemeinnützige Einrichtung im Norden Thailands ein Kinderheim, das 2015 feierlich eröffnet wurde

Carmen Maria Zimmermann, BA, geb. 1981 in Salzburg, ist Filmemacherin und Kamerafrau. Ausbildung zur Fotografin an der Kunsthochschule Wien, Studium an der Fachhochschule Salzburg für Digitales Fernsehen. Seit 2007 Medientechnikerin bei den Salzburger Festspielen.

 

Momme Hinrichs – fettFilm Den Videokünstlern Momme Hinrichs und Torge Møller geht es in ihrer Arbeit vor allem um die Verknüpfung von Video mit anderen Medien zu einem Gesamtkunstwerk, das sich nicht in bloßer Koexistenz oder der Dekoration von Bühnenräumen erschöpft, sondern mehrere künstlerische Ebenen miteinander verschmelzen lässt. Dabei arbeiten sie regelmäßig mit Regisseuren wie u. a. Peter Konwitschny, David Pountney, Willy Decker, Stefan Herheim, Philipp Stölzl, Sven-Eric Bechtolf oder Andreas Homoki zusammen.

Ihre Arbeit führte fettFilm neben den Bregenzer und Bayreuther Festspielen, die Salzburger Sommer- und Osterfestspiele, auch an die Ruhrtiennale, die Wiener und Berliner Opernhäuser, diverse Theater in ganz Europa, sowie auch weltweit nach Indien, Kanada und Aserbaidschan. Dabei entstanden vielfältige Installationen für die Bereiche Oper, Sprechtheater, Musical, Tanz und Ballett.

Doch auch außerhalb des Theaters feierten fettFilm bereits Erfolge, wie beispielsweise ihre vielbeachtete Videoinstallation „Signs Fiction“ am Potsdamer Platz, Arbeiten für das Goethe-Institut Toronto, das Richard-Wagner-Museum Bayreuth und die Akademie der Künste Berlin, sowie 2010, 2012 und 2015 das Videodesign für die Tourneen von Marius Müller-Westernhagen.

Verantwortlich für Bühnenbild und Projektionen, gewann fettFilm, gemeinsam mit Regisseurin Mara Kurotschka und dem Ensemble der Dombass Opera Donezk, für die Inszenierung des „Fliegenden Holländers“, den Taras Schewtschenko Preis 2014. Im Herbst 2014 gaben fettFilm mit Verdis „Giovanna d’Arco“ ihr Opernregie-Debut an der Oper Bonn.

 

Johanna Dombois

geb. in Berlin, Autorin/ Publizistin und Dramaturgin.

Neue und Neueste Medien, Literarische Künste, Experimentelle Dramaturgien sowie Kritische Praxis des Musiktheaters/ »Art as Research« für Podium, Bühne und Raum. 2001-05 Künstlerische Leiterin der Bühne für Musikvisualisierung des Beethoven-Hauses Bonn. 2006 Promotion bei Peter Wapnewski mit einer Arbeit zu Richard Wagners medialen Dramaturgien.

Auszeichnungen sowie Lehr- und Vortragstätigkeit in In- und Ausland. Mitglied des künstlerisch-wissenschaftlichen Beirats von Musik & Ästhetik. Seit 2015 Dozentin der Universität zu Köln. Referenzpublikationen und -produktionen: »Farinellis gehäutete Stimme. Voice-Design als Kulturtechnik« (Essay, Musik & Ästhetik, 7/2009); »Von Second Life® zur Laterna Magica oder Eine Art Fortschritt« (Essay, Klett-Cotta, 10/2012); »Richard Wagner und seine Medien. Für eine kritische Praxis des Musiktheaters« (Buch, zs. mit Richard Klein, Klett-Cotta, 10/2012); »Zum Tod von Patrice Chéreau (Nachruf, Musik & Ästhetik, 1/2014); »Körper und Code. Theaterarbeit mit Wagner heute« (Essay der Bayreuther Festspiele, Sommer 2014); »Fidelio, 21. Jahrhundert« (Ludwig v. Beethoven, Oper im Virtual Environment, Bonn 2004); »Ring-Studie 01 | Rheingold, Vorspiel« (R. Wagner, Inszenierung mit Live-Screening, Berlin/ Zürich 2009); »Flashmob Antigone« (B. Brecht, Theatrale Intervention, Chur 2013).

Derzeitiger Fokus: Zusammenhang Texte(n) – Texturen – Textilien/ Komponieren – Weben – Programmieren. In Vorbereitung ist eine Veranstaltungsreihe zum Topos »Kleidung als performatives Medium«, parallel erscheinen: »Die Zerrissenen. Die Griechen zwischen Uniform und Kostüm« (Essayreportage, Lettre International, 1/2017); »Flüchtlingsmode« (Panel, Passau, 9/2017); »Umsturz durch Pracht. Texte von Kleidern« (Buch, K&N, 10/2017) sowie »Quadrat I + II« von Samuel Beckett (Szenographie, N.N.).