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MORTIER AWARD

Der 2014, im Todesjahr Gerard Mortiers, erstmals vergebene MORTIER AWARD wird 2017 erneut im Rahmen des RING AWARD-Wettbewerbfinales vergeben.

Die Zeitschrift „Opernwelt“ und der RING AWARD (Internationaler Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung) haben den MORTIER AWARD als prestigereichen Preis für Musiktheater im Andenken an den am 9. März 2014 verstorbenen belgischen Opern- und Festival-Intendanten ins Leben gerufen. Der Namensgeber war auch der erste Träger des Preises.

Die Verleihung des ersten MORTIER AWARD fand am 31. Mai 2014 im Rahmen des siebten RING AWARD-Finales in Graz statt. Die Laudatio hielt Regisseur und Oscar-Preisträger Michael Haneke. Der Dirigent Sylvain Cambreling, langjähriger Weggefährte und enger Vertrauter Mortiers, nahm eine für den MORTIER AWARD geschaffene Skulptur des Berliner Bildhauers und Bühnenbildners Alexander Polzin entgegen, die Sisyphus mit seinem Felsen zeigt.

Mit dem MORTIER AWARD sollen die Anregungen und Impulse eines Vordenkers und Wegbereiters gewürdigt werden, für den Musiktheater ein kostbarer menschlicher Kosmos war und zugleich eine vitale Kunstform, die um Grundfragen der menschlichen Existenz kreist. Der Glaube an die Modernität der Oper hat das Denken und Handeln von Gerard Mortier immer beflügelt – und die Musiktheaterlandschaft nachhaltig befruchtet. Klug durchdachte Spielpläne, ungewöhnliche Besetzungen, wegweisende Deutungen des Kanons, die Schaffung origineller Produktionsteams und die Erschließung neuer Bühnen-Räume – das ist die Bilanz einer Lebensleistung, die in die Zukunft weist.

Der Mortier Award zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich exemplarisch um ein Musiktheater auf der Höhe der Zeit bemühen, ein Musiktheater, so die Statuten, „das seine mehr als vierhundertjährige Geschichte als Quelle existentieller Erfahrung begreift und befragt. Ein Musiktheater, das in die Zukunft schaut. Ein Musiktheater, das sich ,politisch’ positioniert, als Forum von Gesellschaft und Gemeinschaft. Es geht nicht um die Förderung einer bestimmten Ästhetik, künstlerischen Praxis oder Berufsgruppe, sondern um die Ermutigung einer Haltung, die das Unmögliche möglich macht. Eines intellektuellen Ethos, das nach dem Woher, Wo, Wohin und vor allem nach dem Warum der Kunstform ,Oper’ fragt. In diesem Sinne ist der Preis auch ein Plädoyer für die permanente Erneuerung des Betriebs und seiner Institutionen. Eine Ermunterung, der Oper jene Ohren und Augen öffnende Zeitgenossenschaft zurückzugeben, die sie im 20. Jahrhundert weitgehend verloren hat. Eine Erinnerung daran, dass künstlerische Innovation Risiko und Anstrengung bedeutet.“

Der MORTIER AWARD wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem Preisgeld verbunden. Mit der Auszeichnung verbindet sich das Recht, die nächste Preisträgerin bzw. den nächsten Preisträger vorzuschlagen – in enger Abstimmung mit den Initiatoren. Musiktheater, das sich auf der Höhe der Zeit bewegt, ist per definitionem dynamisch, prozesshaft. Deshalb soll das inhaltliche und geistige Profil des Preises auch bei jeder Vergabe gemeinsam fortgeschrieben werden.

Die Zeitschrift „Opernwelt“ berichtet seit 1960 über die internationale Opernszene. Der RING AWARD wird seit 1997 in Graz veranstaltet.

Weitere Informationen unter: www.kultiversum.de/opernwelt  

Aktuelle Fotos unter:  atelier9.at/ringaward

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