• Stoiber_Schneider © Atelier 9
  • Stoiber_Schneider © Atelier 9
  • Stoiber_Schneider2 © Atelier 9
  • Stoiber_Schneider3 © Atelier 9
  • Stoiber_Schneider4 © Atelier 9
  • Turdén_Moberg © Atelier 9
  • slider_gp_team_a-1
  • slider_gp_team_a-5
  • slider_gp_team_a-9
  • slider-gp_team_a-18
  • slider_gp_team_a-43
  • Lutz_Maraval © Atelier 9
  • slider_gp_team_c-1
  • slider_gp_team_c-22
  • slider_gp_team_c-11
  • slider_gp_team_c-44
we proudly present ...

DIE FINALE-TEAMS 2014

TEAM A — DAN TURDÉN (SWE) & MARIE ABILDGAARD MOBERG (DK)

MAN GEHT LEICHT FEHL – IM WALD OHNE ZIEL

Dan Turdén/Marie Moberg

In unserer Interpretation des »Freischütz« beleuchten wir das schwache Selbstwertgefühl des modernen Menschen und unser zweideutiges Verhältnis zum Wald, zur Natur. Zu Webers Zeit, die ironischerweise auch den Beginn der industriellen Revolution bedeutete, wurde der Wald als eine eigene, beseelte Kraft verehrt. Wir betrachten den Wald nicht mehr als einen Lebensraum, sondern als Einkommensquelle oder Touristenattraktion. Hier trifft sich Webers Zeit mit der heutigen, nachdem beide Betrachtungswinkel stark romantisiert sind. Mitten in einem Fichtenwald, der von frischer Natur im ersten zum Kahlschlag im dritten Akt wechselt, erleben wir Max und Agathes Reise von anfänglichen Beziehungsproblemen bis zur bloßen Erkenntnis, dass man sich nicht liebt. Die Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, in Kombination mit ihrem schwachen Selbstwertgefühl, sind die Ursachen für seine Unsicherheit und ihren Kummer. Sie können über Liebe reden, sind aber unfähig, sie zu empfinden. Max begreift den Zusammenhang zwischen Anstrengung und Resultat nicht und versucht stattdessen alle schnellen Problemlösungen: Verleugnung, Drogen (Freikugeln) und Selbstmord. Es braucht den Eremiten, bei uns Weber selbst, um das Drama zu beenden und uns allen Zeit zu geben, über unsere Natur nachzudenken.

Dan Turdén studierte zuerst Schauspiel und dann Opernregie an der University of Arts in Stockholm. Er war Regieassistent bei der RING-Inszenierung an der Värmlands Operan 2011 und hat mit seiner Kompanie Kamraterna (Kameraden) u.a. ZAIDE und LES MAMELLES DE TIRÉSIAS inszeniert. 

Marie Abildgaard Moberg hat ihren Bachelor in Theaterwissenschaften mit einem Austausch am Barnard and Columbia Architecture Department, New York, NY kombiniert. Sie studiert nun Bühnenbild an der University of Arts in Stockholm und hat 2013 mit Dan Turdén LES MAMELLES DE TIRÉSIAS inszeniert.

TEAM B — VERENA STOIBER (D) & SOPHIA SCHNEIDER (D)

„ES GIBT EINEN ALTEN WAHN, DER HEISST GUT UND BÖSE“ (Friedrich Nietzsche)

Verena Stoiber/Sophia Schneider

»Der Freischütz« ist eine Oper über den Kampf von Gut und Böse. Ausgetragen wird dieser über den Konflikt zwischen dem guten Jäger Max und dem bösen Jäger Kaspar, wobei die Grenze zwischen Gut und Böse zunehmend verschwimmt, da Max immer stärker von finstren Mächten angezogen wird. Eingesperrt in der Enge eines auf alter Ideologie gebauten Raumes, befindet er sich in einer tiefen Identitätskrise. Er entfremdet sich mehr und mehr von seiner Verlobten Agathe, die ihre Erfüllung in religiösem Übereifer zu finden scheint. Max wird von Versagensängsten und Wahnvorstellungen geplagt, und es wird immer deutlicher, dass es seine eigene dunkle Seite ist, die Besitz von ihm ergreift.

Verena Stoiber studierte Schauspiel- und Musiktheater-Regie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Seit 2010 arbeitet sie als Regieassistentin und Abendspielleiterin an der Staatsoper Stuttgart. 

Sophia Schneider studierte Bühnen- und Kostümbild an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Freie Kunst an der Ecole supérieure des arts décoratifs Strasbourg. Seit 2011 assistiert sie unter anderem an der Staatsoper Stuttgart sowie der Ruhrtriennale und arbeitet als freie Bühnen- und Kostümbildnerin.

TEAM C — CHRISTIANE LUTZ (D) & NATASCHA MARAVAL (A)

IRGENDEIN JENSEITS GAB ES IMMER

Christiane Lutz/Natascha Maraval

Ein Riss ist durch den Salon des Biedermeier gegangen. Ausgelöst von der Erschütterung der Napoleonischen Kriege, die ein Weltbild ins Wanken brachten: die den Himmel einstürzen ließen und zeigten, was darüber war. Nichts. Nicht jeder sieht diesen Riss, doch manche sehen nichts mehr außer ihn – so die gerade aus dem Krieg heimgekehrten Soldaten Max und Kaspar. Sie stehen für die entsetzte Jugend, die, zur Erfahrung des Tötens gezwungen, die Sinnlosigkeit des Lebens spüren gelernt hat. Sie sind unfähig, zurück in das ihnen bizarr harmlos erscheinende Leben zu finden. Vom Himmel verlassen. In des Zufalls Hand verfallen. Max fürchtet weniger, beim Probeschuss zu versagen, als mit dem Sieg umgehen zu müssen. Denn wer könnte dem blinden Zufall, der unser Leben regiert, etwas Nennenswertes entgegensetzen? So nehmen es Max und Kaspar auf mit dem Nichts und liefern sich in radikaler Ratlosigkeit dem Zufall aus: Sie spielen Russisch Roulette. Auch dies ein Probeschuss. Einer, der das Leben auf die Probe stellt. Doch Max verreißt den Lauf, der Schuss kracht in die Rückwand. Die Bühne ist ein durch diesen anfänglichen Schuss zerrissenes biedermeierliches Lektürekabinett – das klaffende Loch wird zum Abgrund, über dem Max steht: zur Wolfsschlucht, in der er um Agathe kämpft und um seinen Platz in der Welt.

Christiane Lutz – zum Studium der Musiktheaterregie nach Wien gezogen, gehörte sie als Assistentin zunächst dem Ensemble des Theaters Lübeck, dann der Oper Graz an. Nun lebt sie erneut in Wien, schreibt Stücke und führt Regie. 

Natascha Maraval beendete nach der Höheren Technischen Lehranstalt Textil in Wien ihr Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Es folgten Assis-tenzen für Ausstattung und Kostüme: Theater St. Gallen, Schauspielhaus und Oper Graz, Wiener Staatsoper, Salzburger und Bregenzer Festpiele. Sie lebt in Wien.